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  • Das Wochenende ist auch Alltag

    Ich möchte keine Ernährungsweise, die nur von Montag bis Donnerstag funktioniert.

    Eine, bei der alles seinen festen Platz hat, solange die Tage ähnlich ablaufen, und die beim ersten späteren Frühstück schon etwas ratlos wird.

    Denn das Wochenende ist keine seltene Ausnahme. Es kommt ziemlich zuverlässig wieder. Und es gehört genauso zu meinem Leben wie ein gewöhnlicher Dienstag.

    Deshalb möchte ich es auf meiner Abnehmreise weder zur großen Bewährungsprobe noch zur vollständigen Auszeit von allen guten Absichten erklären.

    Ich suche etwas dazwischen.

    Am Wochenende darf eine Mahlzeit später stattfinden. Es darf etwas anderes auf den Tisch kommen. Und ein gemeinsames Essen muss sich nicht dem Ablauf eines Arbeitstages unterordnen.

    Gleichzeitig möchte ich nicht das Gefühl haben, meine eigenen Wünsche bis Montag irgendwo abzugeben.

    Für mich heißt das: Ein paar vertraute Dinge dürfen bleiben, ohne dass ich den ganzen Tag festlegen muss. Vielleicht ist es ein einfaches Frühstück. Vielleicht die Überlegung, was wir abends essen möchten. Oder eine unkomplizierte Mahlzeit mit dem, was ohnehin vorhanden ist.

    Das ist etwas anderes als ein strenger Wochenendplan.

    Ich möchte weder jeden Bissen kontrollieren noch am Freitag gedanklich eine Tür öffnen, über der steht: Jetzt ist sowieso alles egal.

    Zwischen diesen beiden Möglichkeiten liegt schließlich eine ganze Menge normales Leben.

    Dazu gehört auch, etwas zu genießen, ohne unmittelbar eine Rechnung für Montag aufzumachen. Ich möchte nicht schon beim Essen überlegen, womit ich es später wieder ausgleichen müsste.

    Mein Wunsch abzunehmen bleibt bestehen. Aber ich möchte ihn so in mein Leben einbauen, dass freie Tage darin vorkommen dürfen.

    Vielleicht ist das die eigentliche Frage für dieses Wochenende: Was möchte ich beibehalten, weil es mir den Alltag leichter macht? Und was darf anders sein, weil heute eben kein Arbeitstag ist?

    Darauf muss es keine besonders beeindruckende Antwort geben.

    Ein Wochenende, an dem ich esse, genieße und mich trotzdem nicht aus meinem eigenen Vorhaben verabschiede, wäre bereits eine Richtung, die mir gefällt.

    Und am Montag geht es dann weiter. Nicht zurück auf Anfang.

  • Eine Mittagspause braucht keinen Putzlappen

    Eine Mittagspause lässt sich erstaunlich gut mit Dingen füllen, die keine Pause sind.

    Essen vorbereiten. Die Arbeitsfläche abwischen. Schnell die Spülmaschine ausräumen. Wenn man schon in der Küche steht, könnte man eigentlich auch noch …

    Und plötzlich ist die Pause vorbei, ohne dass man zwischendurch besonders viel Pause hatte.

    Für meinen Alltag möchte ich das deutlicher auseinanderhalten: Mittagessen machen ist eine Aufgabe. Die Küche aufräumen ebenfalls. Beides kann notwendig sein. Aber es wird nicht automatisch zu Erholung, nur weil es zwischen zwei Arbeitsblöcken stattfindet.

    Das klingt zunächst nach einer kleinen sprachlichen Unterscheidung. Für meine Tagesplanung ist es allerdings eine ziemlich wichtige.

    Wenn ich eine halbe Stunde für Mittagessen und Pause vorsehe und davon den größten Teil mit Vorbereiten und Aufräumen verbringe, bleibt eben nicht plötzlich doch noch eine halbe Stunde zum Ausruhen übrig.

    Auch dann nicht, wenn ich mich bei der Hausarbeit beeile.

    Ich möchte deshalb nicht warten, bis die Küche vollständig fertig ist, bevor ich mich hinsetzen darf. Eine benutzte Pfanne ist kein Grund, meine Pause abzusagen.

    Vielleicht bedeutet das an einem Tag, nach dem Essen noch ein paar Minuten sitzen zu bleiben. An einem anderen, die Küche bewusst zu verlassen. Nicht mit dem nächsten Wäschekorb unter dem Arm, sondern tatsächlich ohne Anschlussauftrag.

    Ich will daraus kein neues Entspannungsprogramm machen. Keine Pause, für die ich erst die richtige Musik, eine besondere Atemtechnik und einen perfekt aufgeräumten Platz brauche.

    Mir geht es um etwas Schlichteres: einen Moment, in dem ich gerade nichts erledigen muss.

    Was das mit meiner Abnehmreise zu tun hat? Für mich gehört beides zu derselben Frage: Wie möchte ich meinen Alltag gestalten, damit meine eigenen Bedürfnisse darin nicht immer erst zum Schluss drankommen?

    Meine Mahlzeiten sollen Platz bekommen. Meine Arbeit auch. Und die Erholung dazwischen ebenfalls.

    Ob die Küche in dieser Zeit fertig aussieht, ist eine andere Angelegenheit.

    Der Putzlappen kann jedenfalls kurz ohne mich weitermachen. Oder, realistischer betrachtet, einfach liegen bleiben.

  • Ich koche für alle. Mich eingeschlossen.

    Wenn ich über Mahlzeiten nachdenke, geht es nicht nur darum, was ich selbst essen möchte. Da ist auch der gemeinsame Alltag. Was ist noch da? Was lässt sich vorbereiten? Und was kommt für die anderen überhaupt infrage?

    Meine eigene Ernährung soll dabei nicht erst ganz am Ende auftauchen. Ungefähr dort, wo noch ein Rest übrig ist und jemand fragt, ob die Küche jetzt fertig ist.

    Ich möchte abnehmen. Aber ich möchte deshalb nicht zusätzlich eine zweite Küche betreiben.

    Ein Essen für die Familie, ein anderes für mich, dazu möglichst noch verschiedene Einkaufslisten und dreimal so viele Schüsseln: Das ist nicht die Art von Veränderung, die ich suche.

    Mir gefällt die Idee, häufiger in gemeinsamen Bestandteilen zu denken. Ein Essen muss nicht auf jedem Teller genau gleich aussehen, damit wir zusammen essen können.

    Bei einer Mahlzeit aus Kartoffeln, Gemüse und einer passenden Ergänzung lässt sich beispielsweise unterschiedlich zusammenstellen. Eine Sauce kann separat auf den Tisch. Wer etwas nicht mag, muss es nicht nehmen. Und ich darf ebenfalls überlegen, was ich gerne essen möchte.

    Das ist keine ausgefeilte Ernährungsstrategie. Eher der Versuch, aus meiner Abnehmreise kein zusätzliches Familienprojekt zu machen.

    Dabei möchte ich auch nicht automatisch bei der kleinsten, langweiligsten Variante landen. Mein Teller darf ein richtiges Essen sein. Nicht bloß die verkleinerte Ausgabe von dem, was die anderen bekommen.

    Wichtig ist mir, dass meine Wünsche überhaupt mitgedacht werden. Nicht erst dann, wenn alle versorgt sind und ich feststelle, dass ich selbst noch keine Idee habe.

    Für die nächste Mahlzeit möchte ich deshalb nicht nur fragen: Was könnte ich für alle machen?

    Sondern auch: Was davon passt zu mir? Worauf habe ich selbst Lust? Und lässt sich das miteinander verbinden, ohne dass daraus mehr Arbeit entsteht?

    Es wird nicht immer die Lösung geben, mit der alle gleichermaßen glücklich sind. Das muss es vielleicht auch nicht.

    Aber wenn ich ohnehin plane, einkaufe und Essen vorbereite, darf ich darin vorkommen.

    Nicht als Sonderfall mit Sonderdiät. Sondern als jemand, der ebenfalls mit am Tisch sitzt.

  • Ein paar gute Mahlzeiten dürfen sich wiederholen

    Es gibt für jedes Gemüse ungefähr dreitausend Rezeptideen. Das ist einerseits wunderbar. Andererseits möchte ich mittags manchmal einfach etwas essen und nicht erst die interessanteste Verwendung einer Zucchini recherchieren.

    Ich habe nichts gegen neue Rezepte. Im Gegenteil. Aber für meinen Alltag wünsche ich mir ein paar Mahlzeiten, bei denen ich nicht jedes Mal von vorne überlegen muss.

    Was brauche ich dafür? Wie lange dauert das? Fehlt wieder genau die Zutat, die das Ganze angeblich besonders macht?

    So ein Rezept kann ausgezeichnet sein. Und trotzdem gerade nicht zu meinem Dienstag passen.

    Deshalb gefällt mir die Vorstellung, mir ein kleines Repertoire aufzubauen. Ein paar Gerichte, die ich mag, deren Zutaten überschaubar sind und die auch dann funktionieren, wenn ich nicht besonders kreativ bin.

    Nicht sieben verschiedene Frühstücke für sieben Wochentage. Nicht jeden Abend etwas, das ich noch nie gekocht habe. Und auch kein Speiseplan, der nur dann aufgeht, wenn ich am Sonntag drei Stunden vorbereite.

    Mein Frühstücksdrink hat in meinem Alltag bereits seinen Platz. Bei den anderen Mahlzeiten möchte ich ebenfalls herausfinden, was unkompliziert genug ist, um regelmäßig wiederzukommen.

    Das darf eine Suppe sein, von der etwas übrig bleibt. Ein einfaches Pfannengericht. Oder ein Essen, für das ich ohnehin vieles im Haus habe.

    Entscheidend ist für mich nicht, ob es besonders originell klingt. Sondern ob ich es gerne esse und auch tatsächlich zubereite.

    Natürlich darf Abwechslung sein. Aber sie muss nicht jeden Tag eine neue Aufgabe werden. Manchmal reicht eine andere Beilage, ein anderes Gemüse oder die schlichte Feststellung: Das hat mir am Mittwoch geschmeckt. Warum eigentlich nicht noch einmal?

    Ich suche keine perfekte Sammlung von Abnehmrezepten. Ich suche Mahlzeiten, die einen festen Platz in meinem Leben bekommen können.

    Vielleicht ist genau das ein guter Anfang: weniger neue Ideen abspeichern und ein paar davon so vertraut werden lassen, dass ich dafür irgendwann keine Anleitung mehr brauche.

    Ein Lieblingsgericht verliert schließlich nicht seinen Wert, nur weil es schon einmal auf dem Tisch stand.

  • Mein Kühlschrank bekommt jetzt zehn Minuten Aufmerksamkeit

    Ich möchte meinen Kühlschrank durchsortieren.

    Dieser Satz klingt zunächst nach einer ziemlich überschaubaren Tätigkeit.

    Bei mir muss man allerdings ein bisschen aufpassen.

    Aus „kurz durchsortieren“ könnte theoretisch auch werden: alles ausräumen, sämtliche Fächer reinigen, ein neues Ordnungssystem erfinden und anschließend überlegen, ob ich dafür nicht doch andere Behälter brauche.

    Danach wäre der Kühlschrank möglicherweise hervorragend organisiert.

    Mittagessen hätten wir allerdings noch keines.

    Deshalb lautet mein Vorhaben diesmal tatsächlich:

    Kurz durchsortieren.

    Während ich ohnehin das Essen vorbereite.

    Ich möchte sehen, was vorhanden ist. Was zuerst verbraucht werden sollte. Und was davon heute schon auf unserem Teller landen kann.

    Nicht erst einkaufen und anschließend feststellen, dass die Zutaten für ein ganz ordentliches Abendessen bereits zu Hause waren.

    Bei den letzten Mahlzeiten war es genau diese Frage, die mir geholfen hat:

    Was ist eigentlich da?

    Blattspinat, Kartoffeln und zwei Eier wurden ein Abendessen. Die Kartoffeln waren sogar schon gekocht.

    Aufgetauter Kürbis, Kokosmilch und rote Linsen wurden eine Suppe.

    Dafür musste ich weder ein besonders originelles Rezept erfinden noch vorher einen Großeinkauf machen.

    Ich musste nur einmal die vorhandenen Dinge zusammenbringen.

    Das möchte ich häufiger tun.

    Wenn ich morgens ohnehin in der Küche stehe, kann ich kurz nachsehen, was ich mittags oder abends verwenden möchte. Vielleicht muss etwas aufgetaut werden. Vielleicht kann ich Gemüse schon vorbereiten. Vielleicht steht noch eine Portion vom Vortag bereit.

    Und vielleicht reicht es für diesen Morgen auch einfach, die Entscheidung zu treffen.

    Was essen wir heute?

    Ich möchte diese Frage nicht ständig mit in meinen Arbeitstag nehmen.

    Mein Kopf beschäftigt sich ohnehin gerne mit mehreren Dingen gleichzeitig. Die Abendessensplanung muss nicht bis kurz vor 18 Uhr dazugehören.

    Für mein Abnehmvorhaben wünsche ich mir keinen Kühlschrank, der aussieht wie in einer perfekt ausgeleuchteten Küchenreportage.

    Ich möchte darin mein Essen finden.

    Möglichst bevor ich hungrig werde und auf besonders kreative Ideen komme.

    Zehn Minuten Aufmerksamkeit. Danach wird gekocht.

  • Um 16 Uhr ist nicht alles fertig. Ich stricke trotzdem.

    In meinem neuen Tagesablauf steht etwas, das auf den ersten Blick ziemlich wenig mit Abnehmen zu tun hat.

    Stricken.

    Jeden Tag mindestens eine Stunde.

    Nicht irgendwann, wenn zufällig noch Zeit übrig bleibt. Sondern mit einem festen Platz.

    Von 16 bis 17 Uhr.

    Als ich mir meinen gewünschten Alltag genauer vorgestellt habe, war ziemlich schnell klar: Diese Stunde gehört dazu.

    Ich möchte arbeiten. Ich möchte meine Ideen umsetzen. Ich möchte mich um mein Essen kümmern und zwanzig Kilo abnehmen.

    Aber ich möchte nicht erst dann ein schönes Leben haben, wenn das alles geschafft ist.

    Mein Strickzeug kann schlecht ein Jahr lang auf mich warten, bis ich endlich sämtliche Voraussetzungen für einen gemütlichen Nachmittag erfüllt habe.

    Zumal mir bis dahin vermutlich noch genügend neue Voraussetzungen einfallen würden.

    Deshalb versuche ich es andersherum.

    Die Stunde steht fest. Die anderen Dinge bekommen ihren Platz darum herum.

    Das bedeutet nicht, dass um 16 Uhr plötzlich jede Aufgabe erledigt ist.

    Es bedeutet nur, dass ich dann etwas anderes mache.

    Etwas, das ich wirklich gerne tue.

    Auch meinen Abend möchte ich bewusster beginnen. Gegen 18 Uhr essen, anschließend duschen, das Gesicht reinigen, eincremen und gemütliche Kleidung anziehen.

    Danach möchte ich nicht mehr auf dem Sofa sitzen und im Hinterkopf die ganze Zeit wissen, dass ich eigentlich noch einmal ins Bad müsste.

    Ich möchte dort sitzen und fertig sein.

    Nicht fertig mit meinem Leben.

    Nur mit den Dingen, die ich an diesem Abend noch unbedingt erledigen wollte.

    Auch meine ausgewählten Nahrungsergänzungsmittel bekommen in diesem Ablauf ihren festen Platz. Damit ich nicht jeden Abend neu sortiere, was ich mir morgens noch fest vorgenommen hatte.

    Und dann darf der Abend tatsächlich ein Abend sein.

    Weiterstricken. Lesen. Einen Film schauen. Zeit mit meinem Mann verbringen.

    Ich übe gerade, meine freien Stunden genauso ernst zu nehmen wie meine Aufgaben.

    Die Wäsche wird um 16 Uhr vermutlich gelegentlich anderer Meinung sein.

    Aber sie darf warten.

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  • Mein Getränk ist schon fertig. Ich noch nicht ganz.

    Neulich war mein Getränk morgens schon fertig.

    Ich selbst war noch mitten in der Abstimmung mit meinem Tagesablauf.

    Der Termin war verschoben worden. Mein Frühstück wartete im Thermomix. Und ich musste erst einmal los.

    Mein vorbereiteter Drink stand dagegen ziemlich unbeeindruckt in meinem großen Becher.

    Der hatte seinen Teil bereits erledigt.

    Ich merke gerade, dass mir genau solche kleinen Vorbereitungen gefallen.

    Nicht, weil sie besonders aufregend wären. Sondern weil sie auch dann noch da sind, wenn mein Vormittag plötzlich anders aussieht.

    Ein Getränk, das vorbereitet ist, muss ich später nicht mehr zubereiten.

    Das ist jetzt keine Erkenntnis, für die man mir einen Forschungspreis verleihen müsste.

    Trotzdem macht es für mich einen Unterschied.

    Denn ich habe meistens genug im Kopf. Ideen, Aufgaben, Termine und gelegentlich auch eine sehr genaue Vorstellung davon, was ich alles tun könnte, wenn ich gerade nicht schon etwas anderes täte.

    Da ist es angenehm, wenn wenigstens mein Getränk keine offene Frage mehr ist.

    Deshalb bekommt es seinen Platz in meiner Morgenroutine.

    Ich bin ohnehin in der Küche. Ich bereite mein Frühstück vor. Also mache ich meinen Drink gleich mit fertig und stelle ihn so hin, dass er nicht hinter irgendeiner anderen Tätigkeit verschwindet.

    Mein großer Becher hilft dabei durchaus.

    Dezent ist anders.

    Aber gerade brauche ich offenbar keine besonders unauffällige Lösung.

    Ich brauche etwas, das in meinem Alltag vorkommt und nicht nur in meiner Vorstellung davon.

    So möchte ich gerade mehrere Dinge organisieren: vorbereiten, bereitstellen und später benutzen.

    Nicht dauernd neu anfangen.

    Und auch nicht jeden Morgen darauf hoffen, dass ich heute bestimmt an alles denken werde.

    Mein Gedächtnis hat schließlich noch andere Interessen.

    Den Drink, den ich dafür verwende, findest du in meinen Produktempfehlungen.

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  • Mein Essen muss nicht auch noch ein Projekt werden

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    Ich habe viele Ideen.

    Für meinen Blog. Für meine Arbeit. Für die Dinge, die ich lernen und endlich umsetzen möchte.

    Deshalb wünsche ich mir, dass wenigstens mein Essen gelegentlich ohne größere Projektbesprechung auskommt.

    Ich möchte etwas essen, das mir schmeckt und zu meinem Vorhaben passt. Danach möchte ich noch Zeit und einen halbwegs übersichtlichen Arbeitsplatz für den Rest des Tages haben.

    Die Küche darf ebenfalls gerne wieder benutzbar sein.

    An der Ausstattung liegt es jedenfalls nicht

    In meiner Küche stehen genügend Geräte, um aus einer einfachen Mahlzeit bei Bedarf eine ausgesprochen anspruchsvolle Unternehmung zu machen.

    Meine Küche ist wahrscheinlich besser ausgestattet als meine bisherige Essensroutine.

    Was ich gerade aufbaue, ist deshalb nicht die Sammlung der nächsten fünfzig Rezepte. Rezepte habe ich.

    Ich brauche ein paar Lösungen, die ich auch wirklich benutze.

    Möglichst ohne jeden Tag neu zu überlegen, einzukaufen und anschließend festzustellen, dass ich für das vorgesehene Gericht doch noch drei Dinge hätte vorbereiten müssen.

    Manchmal ist die beste Vorbereitung schon das Essen vom Vortag

    Die Kürbis-Kokos-Suppe mit roten Linsen war für mich so eine unkomplizierte Lösung.

    Kürbis war aufgetaut, Kokosmilch reichlich vorhanden und die Linsen standen im Vorratsschrank. Daraus wurde ein Mittagessen, ohne dass ich vorher noch einkaufen musste.

    So möchte ich häufiger kochen.

    An anderen Tagen kann morgens schon etwas vorbereitet werden: Gemüse schneiden, Kartoffeln aufsetzen oder nachsehen, was noch im Kühlschrank steht.

    Und wenn vom Vortag eine passende Portion übrig ist, darf sie am nächsten Mittag selbstverständlich wieder auf den Tisch.

    Ich brauche keine täglich wechselnde Speisekarte, um ordentlich für mich zu sorgen.

    Mein unkompliziertes Frühstück im Glas

    Für morgens möchte ich es mir ebenfalls einfach machen. Deshalb bekommt mein Frühstücksdrink einen festen Platz in meinem Ablauf.

    Wenn ich ohnehin in der Küche stehe, bereite ich ihn gleich mit vor. Meine Rezepte habe ich bereits. Ich muss also nicht jeden Morgen vor dem geöffneten Kühlschrank auf eine Eingebung warten.

    Das gefällt mir gerade besonders: ein paar Möglichkeiten zu haben, die ich gerne mag und auf die ich zurückgreifen kann.

    Ich möchte weiterhin kochen, ausprobieren und mein Essen genießen. Aber nicht jede Mahlzeit muss eine neue Idee sein.

    Davon habe ich für den Rest meines Tages meistens schon genug.

    Ich möchte auch die unspektakulären Tage gut versorgen

    Für mein Abnehmvorhaben möchte ich mich nicht nur auf die Tage verlassen, an denen ich besonders motiviert bin.

    Ich möchte vorher überlegen, was mir an den anderen Tagen hilft.

    Eine fertige Portion im Kühlschrank. Vorbereitetes Gemüse. Ein einfaches Lieblingsgericht. Mein Frühstücksdrink, dessen Zutaten schon bereitstehen.

    So entsteht nach und nach eine kleine Auswahl, auf die ich zurückgreifen kann.

    Ich probiere gerade aus, welche dieser Möglichkeiten wirklich zu mir passen und welche ich gerne wiederhole. Daraus soll meine Essensroutine werden.

    Nicht besonders aufregend.

    Aber wenn ich mittags etwas auf dem Teller habe, das mir schmeckt, und anschließend noch Zeit für meine anderen Ideen bleibt, bin ich damit ziemlich zufrieden.

    Welche Produkte ich für meinen Frühstücksdrink verwende, findest du in meinen Produktempfehlungen:

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  • Mein Tag lief anders als geplant und jetzt?

    Ich hatte einen Plan für meinen Vormittag.

    Mein Vormittag offenbar auch.

    Es war nur nicht derselbe.

    Der Termin wurde von neun auf zehn Uhr verschoben. Mein Zitronenwasser hatte ich vergessen. Und mein Frühstück wartete im Thermomix auf einen Zeitpunkt, den wir morgens noch nicht ganz miteinander abgestimmt hatten.

    Ich musste erst einmal los.

    Und trotzdem war ich ziemlich zufrieden.

    Das Frühstück war schließlich vorbereitet. Mein Getränk stand fertig in meinem großen Becher. Meine Nahrungsergänzungsmittel hatte ich genommen. Und für das Mittagessen war bereits Kürbis aufgetaut.

    Es war nicht alles so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Aber es war auch nicht nichts passiert.

    Eigentlich sogar ziemlich viel.

    Mein Alltag ist noch in Arbeit

    Ich fange gerade an, meinem Tag eine verlässlichere Form zu geben.

    Morgens ins Bad, anziehen, in der Küche etwas vorbereiten. Danach arbeiten. Dazwischen etwas Vernünftiges essen. Und abends nicht erst dann anfangen, mich um mich zu kümmern, wenn ich eigentlich schon zu müde dafür bin.

    Aufgeschrieben sieht das wunderbar übersichtlich aus.

    Im tatsächlichen Leben kommt dann ein Termin dazwischen. Oder ich vergesse den ersten Handgriff und erinnere mich erst daran, wenn ich längst unterwegs bin.

    Gerade deshalb möchte ich einen Ablauf finden, bei dem ich einfach an der nächsten Stelle weitermachen kann.

    Das Zitronenwasser war vergessen. Mein Frühstück musste ich deshalb nicht ebenfalls vergessen.

    Der Vormittag war verschoben. Mittagessen brauchte ich trotzdem.

    Also ging es dort weiter, wo ich gerade war.

    Aus meinem Kürbis wurde trotzdem eine Suppe

    Später kamen Kürbis, rote Linsen und Kokosmilch in den Thermomix.

    Während die Suppe kochte, konnte ich mich um andere Dinge kümmern. Auch meine Aufgaben fürs Ehrenamt wurden fertig. Danach saß ich mit einem Teller Suppe da.

    Ein ziemlich gewöhnlicher Moment.

    Aber genau solche gewöhnlichen Momente wünsche ich mir häufiger: Das Essen ist da. Eine Aufgabe ist erledigt. Ich kann mich hinsetzen.

    Dafür musste der Vormittag offenbar nicht perfekt gewesen sein.

    Ich möchte zwanzig Kilo abnehmen. Und dabei meinen Alltag mitnehmen.

    Mein Wunsch ist nicht kleiner geworden. Ich möchte abnehmen und Gewohnheiten entwickeln, die ich langfristig beibehalten kann.

    Diese Gewohnheiten müssen allerdings zu den Tagen passen, die ich tatsächlich habe. Auch zu denen mit verschobenen Terminen, vergessenen Kleinigkeiten und Frühstück zu einer anderen Uhrzeit.

    Gestern habe ich einen solchen Tag erlebt.

    Noch keine eingespielte Routine. Aber vorbereitete Dinge, an die ich später anknüpfen konnte. Und am Ende das Gefühl, dass einiges gut funktioniert hatte.

    Das möchte ich mir merken.

    Das Zitronenwasser hoffentlich beim nächsten Mal auch.

  • Körperchen wie mit 35 bitte ja!

    Mit fünfunddreißig sah mein Körper anders aus.

    Überraschung.

    Eigentlich müsste dieser Satz reichen.

    Tat er aber lange nicht.

    Denn irgendwo in meinem Kopf gab es immer noch dieses alte Bild von mir.

    Schlanker.

    Straffer.

    Leichter.

    Und natürlich mit deutlich weniger Aufwand.

    Was besonders gemein ist.

    Denn die Frau von damals musste für vieles gar nicht besonders viel tun.

    Sie konnte essen, was sie wollte.

    Sie konnte ein paar Tage weniger essen und schon bewegte sich die Waage.

    Sie schlief anders.

    Sie hatte andere Hormone.

    Einen anderen Alltag.

    Und ganz nebenbei auch noch einen Körper, der ungefähr fünfzehn bis zwanzig Jahre jünger war.

    Kleinigkeiten.

    Trotzdem verglich ich mich lange mit genau dieser Frau.

    Was ungefähr so sinnvoll ist, wie heute mein Gesicht mit einem Foto von 2008 zu vergleichen und anschließend beleidigt zu sein, dass die Zeit nicht stillgestanden hat.

    Und irgendwann fragte ich mich:

    Warum mache ich das eigentlich?

    Warum soll ausgerechnet mein Körper der einzige Teil meines Lebens sein, der sich nicht verändern darf?

    Ich bin heute nicht dieselbe Frau wie mit fünfunddreißig.

    Zum Glück.

    Ich denke anders.

    Ich lebe anders.

    Ich habe andere Erfahrungen.

    Andere Prioritäten.

    Andere Grenzen.

    Und deutlich weniger Geduld für Dinge, die mir nicht guttun.

    Warum also sollte ich erwarten, dass mein Körper aussieht, als hätte all das nie stattgefunden?

    Das heißt nicht, dass ich mich mit allem abfinden möchte.

    Ich möchte Gewicht verlieren.

    Ich möchte fitter werden.

    Ich möchte mich wieder wohler fühlen.

    Aber ich möchte nicht mehr auf ein altes Foto zulaufen.

    Das ist nicht mein Ziel.

    Mein Ziel ist auch nicht, wieder die Frau von damals zu werden.

    Ich möchte die Frau von heute so behandeln, dass sie sich in ihrem Körper wieder gern bewegt.

    Das ist ein Unterschied.

    Ein ziemlich großer sogar.

    Denn sobald ich aufgehört habe, ständig rückwärts zu schauen, wurde die Frage plötzlich viel freundlicher.

    Nicht:

    Wie bekomme ich meinen Körper von früher zurück?

    Sondern:

    Wie gut kann ich mich heute fühlen?

    Das ist weniger nostalgisch.

    Aber sehr viel realistischer.

    Und vielleicht ist genau das die erwachsenere Form von Veränderung.

    Nicht gegen das Alter anzukämpfen.

    Sondern herauszufinden, wie man möglichst gut darin lebt.